,

“hide” | Latex in der Kunst

Latex ‒ für viele von uns das Synonym für atemberaubende Outfits auf ein- und mehrschlägigen Fetisch- und BDSM-Veranstaltungen.

Dass dieses Latex aber nicht nur menschliche Körper verhüllen, sondern auch Trägersubstanz für Kunst abseits von Mode und Laufsteg sein kann, zeigt die Künstlerin Sevda Chkoutova in einer Ausstellung der Galerie Chobot:

“Sevda Chkoutova ist für ihre großformatigen Papierzeichnungen bekannt. In dieser Werkserie entscheidet sie sich anstelle des Papiers für Latex als Bildträger. Hautgleich spannt er sich über Rahmen oder hängt schlaff von der Wand, als Sinnbild für die äußerste Schicht des Körpers. Erfahrungen, Alterung, die individuelle Lebensgeschichte bilden sich auf ihr ab.

Ein wiederkehrendes Motiv sind Puppen, aktuell nicht als Protagonisten sondern als lebensgroße Basis des bildgebenden Mediums, Projektionsfläche der Beziehung zwischen den Geschlechtern und Ausdruck ideologischer Strömung. Wie Marionetten sind sie dem Leben ausgeliefert, den Einflüssen der politischen und religiösen Systeme ausgesetzt. Tabuisierte Bereiche werden explizit betont und zeichnerisch hervorgehoben. Gegebenheiten, die ein typisiertes Menschenbild insinuieren, rücken in den Hintergrund.”
(Fotos: Sevda Chkoutova / Galerie Chobot)

Sevda Chkoutova

1978 * in Sofia, Bulgarien.
1996‒97 Kunstgeschichte, Neue Bulgarische Universität, Sofia.
1997‒98 Kunstgeschichte, Universität Wien.
1998‒02 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste, Wien (bei Prof. Sue Williams; Muntean/Rosenblum).
Lebt und arbeitet in Wien.
www.sevda-chkoutova.com

Galerie Chobot

„hide“ Raumgreifende Zeichnungen
Ausstellung bis zum 01. Juli 2017 (jeweils Do, Fr und Sa)
1010 Wien, Domgasse 6
www.galerie-chobot.at

 

Sex in Wien – Lust. Kontrolle. Ungehorsam.

Sex in Wien | Wien Museum

Ausstellung | Wien Museum

15. September 2016 bis 22. Jänner 2017

Sexualität und Stadt — eine ebenso lustvolle wie anstößige Beziehung. Nie zuvor haben sich Formen, Darstellungen und die Bewertung von Sex so stark verändert wie im Prozess der Urbanisierung. Die moderne Großstadt eröffnete Freiräume und versprach Anonymität, Auswege aus sozialer Kontrolle und die Erfüllung sexueller Wünsche. Zugleich schuf die Stadt neue Möglichkeiten der Überwachung, der Disziplinierung und der Kategorisierung von Sexualität.

Die Ausstellung „Sex in Wien“ erzählt anhand zahlreicher Beispiele vom 19. Jahrhundert bis heute, wie dieses stete Ringen um Verbot und Freiheit jeden Moment einer sexuellen Begegnung prägte und prägt — vom „ersten Blick“ bis zur „Zigarette danach“. Wer durfte wen auf welche Weise anschauen? Wer wen ansprechen? Welche Arten von sexuellem Begehren konnten offen ausgelebt werden, welche nur im Verborgenen? Und welche Konsequenzen musste man fürchten, wenn man erwischt wurde?

Deutlich wird dabei, dass es weder Moralpredigten, wissenschaftliche Systematisierung, noch polizeiliche Kontrolle je geschafft haben, all das zu reglementieren, was in den Schlafzimmern, in geheimen Räumen und in dunklen Ecken der Stadt seinen Platz gefunden hat.

Eine Ausstellung in Kooperation mit QWIEN – Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte

Kurator_innen:
Andreas Brunner, Frauke Kreutler, Michaela Lindinger, Gerhard Milchram, Martina Nußbaumer, Hannes Sulzenbacher

Ausstellungsarchitektur:
koerdtutech

Grafik:
Bueronardin


Wien Museum

1040 Wien, Karlsplatz 8

Dienstag bis Sonntag & Feiertag | 10 bis 18 Uhr
24.12. und 31.12. | 10 bis 14 Uhr
Geschlossen | 1.1., 1.5., 25.12.

Eintrittspreis | € 10,–
Jeden ersten Sonntag im Monat für alle BesucherInnen ab 18 Jahren | Eintritt frei!

 

„Klimt, Schiele, Kokoschka und die Frauen“ | NEUE TERMINE

Männer betrachten Frauen, die Männer betrachten Die Masturbantinnen, Portraits, Mütter und Kinder, Paare und Akte – all dies nur ein kleiner Überblick über die zu erwartenden Themen […]