Europäische KommissionEU verbietet erotische Darstellungen von Erwachsenen

Eine neue EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Kinderpornografie sieht nicht nur Internetsperren vor sondern verpflichtet die 27 Mitgliedstaaten auch zur Kriminalisierung von Erotika mit Erwachsenen. Verboten wird nicht nur Pornografie sondern jede Darstellung sexueller Vorgänge.

Vielfacher Kritik begegnete der EU-Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Kinderpornografie und der sexuellen Ausbeutung von Kindern (2004/68/JI), den die damals noch 15 Mitgliedstaaten 2004 verabschiedet haben. Denn die Altersgrenze für absolut verbotene „Kinder“pornografie wurde mit diesem Rahmenbeschluss auf 18 Jahre festgesetzt, ohne zwischen Kindern und Jugendlichen zu unterscheiden. Mündige und heiratsfähige 17jährige Jugendliche wurden gleich behandelt wie 5jährige Kinder. In das Verbot einbezogen wurde auch Pornografie mit DarstellerInnen, die wie unter 18 Jahre aussehen.

Auf Grund der Kritik, insbesondere der Sexualwissenschaft, wurden die Mitgliedstaaten schließlich ermächtigt (nicht verpflichtet), in drei Fällen Ausnahmen von der absoluten Kriminalisierung vorzusehen:
1. erwachsene DarstellerInnen,
2. Herstellung und Besitz bloß fiktiver Darstellungen, wenn keine Gefahr der Verbreitung besteht, und
3. Herstellung und Besitz von Darstellungen Jugendlicher oberhalb des jeweiligen nationalen sexuellen Mündigkeitsalters (in Deutschland und Österreich: 14 Jahre) mit Einverständnis des Jugendlichen und zu dessen persönlichem Gebrauch (zB innerhalb einer Beziehung).

Österreich hat von allen diesen Ausnahmen Gebrauch gemacht, Deutschland von den meisten.

Mit der neuen Richtlinie (KOM(2010)94), werden alle diese Ausnahmen gestrichen.
Eine Begründung dafür findet sich in den Erläuterungen der Europäischen Kommission nicht.
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30 Jahre Cosmopolitan

 

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Modemagazins COSMOPOLITAN hat der Fotograf Armin Morbach (Chefredakteur des Modemagazins Tush und Ex-Jurymitglied der Reality-Show Germany’s Next Top Model) einige interessante Fotos der Topmodels Eva Padberg und Brian Shimansky geschossen, die stark in den Fetisch-/Bondage-Bereich gehen.

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sexuelle-und-reproduktive-gesundheitSexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte

Nationale und internationale Perspektiven

Herausgegeben von Prof. Dr. Ulrike Busch

Partnerschaft, Sexualität und Familienplanung werden meist als sehr individuelle Themen begriffen. Dieser Sammelband ermöglicht einen Blick auf politisch und fachpolitisch relevante Aspekte dieser Lebensbereiche. Er zeigt, wie bedroht und verletzt das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung in vielen Regionen dieser Welt ist und welche dramatischen Folgen dies hat. Er zeigt auch, dass selbst in Europa oder in Deutschland diverse neue und alte Herausforderungen bewältigt werden müssen. Und er wirft einen Blick auf die Akteure in diesem Auseinandersetzungsprozess. Das Buch fasst sowohl für politisch Ambitionierte als auch für fachlich Interessierte, für Studierende sozialwissenschaftlicher Disziplinen wie für ProtagonistInnen dieser Diskurse vielfältige Facetten dieses Themas zusammen. Spannungsvolle Kontraste stehen dabei zugleich für die spezifischen Erfahrungsbereiche und Zugänge der AutorInnen.
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Monyama | Tiger in Heels

Ist das Ego eine soziale Illusion?

Soll uns die Identifikation mit dem Ich an den materialistischen Wahnsinn fesseln?

Monyama kam als Junge zur Welt. Heute lebt sie als Frau und zeigt, wie männliche und weibliche Teile in Einklang brachte. Begleiten Sie die Lebensberaterin und Juristin bei ihrer spannenden Befreiung aus den sozialen Geschkechter-Käfigen. Seien Sie dabei, wie sie entdeckte, wer sie wirklich ist.

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Daspu -- Mode von den Huren

Modeschau des brasilianischen Labels „Daspu“
auf der XVIII. Internationalen Aids-Konferenz

SexarbeiterInnen aus aller Welt modelten auf der Hauptbühne im Global Village auf der Internationalen Aids-Konferenz in Wien für das brasilianische Modelabel Daspu. Zu sehen war die neueste Kollektion „Von Farofa bis Kaviar“ – was symbolisch für die verschiedensten Arbeitsplätze / Arbeitsbedingungen in der Prostitution steht – von der einfachen Kneipe bis zum Luxusclub.

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Life Ball 2010

Trotz Abbruchs der Eröffnung wurde mit 1,5 Mio. Euro Reingewinn das Vorjahresergebnis übertroffen

Seit 1993 gibt es den Life Ball – seit damals lukriert diese weltweit einzigartige Aids-Charity-Veranstaltung Geld, das es zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen ermöglicht, den Kampf gegen die Ausbreitung von HIV und Aids zu führen und betroffene Menschen direkt zu unterstützen.

In diesen 18 Jahren hat der Life Ball schon vieles durchgemacht – Kritik, Neid und Häme gehören heute schon fast zur Tagesordnung in der Berichterstattung. Für manche wurde er zum „unerträglichen Schicki-Micki-Ereignis“ – einige finden ihn „unbunt und langweilig“ – für andere, die ihn zum ersten Mal miterleben, ist er schlichtweg „Das Highlight“. Nun – jedem sein Standpunkt. Problematisch ist lediglich, dass viele der KritikerInnen in ihrem Sensations- und Promi-Wahn vergessen, worum es eigentlich geht: Bis jetzt hat noch niemand den monetären Erfolg für den Kampf gegen HIV und Aids erzielt, der Gery Keszler, dem Initiator des Balls, immer wieder gelingt. Daran konnte heuer auch der aufgrund des Unwettereinbruchs behördlich verordnete Abbruch der bis dahin wirklich beeindruckenden Eröffnung nichts ändern: 1,5 Millionen Euro stehen für Hilfsprojekte zur Verfügung.
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